Hadamar - Ort des Schweigens

Von Anna Hörster, Flora Xhekiqi,  F12S2

Am 25.01.2016 besuchten die Klassen F12S1 und F12S2 der Elly-Heuss-Knapp-Schule die Gedenkstätte Hadamar. Anlass dazu war die Lektüre „Der Vorleser“ von B. Schlink, in der es um eine Beziehung eines Jungen zu einer früheren KZ-Aufseherin geht.

Nach einer fast zweistündigen Busfahrt erhielten wir von einer engagierten Mitarbeiterin allgemeine Infos zur Gedenkstätte. Von Januar 1941 bis März 1945 wurden fast 15.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen in der Tötungsanstalt Hadamar aufgrund der NS-Gesetze zur „Rassenhygiene“ ermordet.

Die Stimmung in unserer Gruppe veränderte sich schlagartig, als wir die beklemmende Stimmung in der „Garage“ im Hof erlebten: Menschen, die hier ankamen, wurden schon am Tag ihrer Ankunft ermordet. Andere wurden nach einer Untersuchung markiert, als Zeichen dafür, dass ihre Organe für „medizinische Zwecke“ noch zu „nutzen“ waren.

Lange Treppen führten uns in einen Keller, der so harmlos aussah wie jeder andere Keller in unserem Haus. Doch der Schein trog, die angebliche „Dusche“ dort war die Gaskammer, die Szenen, die sich dort abspielten, waren unbeschreiblich.

Bei dem Anblick der Gaskammer hatte ich das Gefühl, das Blut würde mir in den Adern gefrieren.

Für uns war es schwer sich vorzustellen, unter welchen Umständen die Patienten sterben mussten und wie die Täter dazu in der Lage sein konnten. Die Atmosphäre in diesem Keller brachte selbst diejenigen zum Schweigen, die die ganze Zeit vorher redeten und lachten. Deshalb ist Hadamar für mich ein Ort des Schweigens. Es ist wohl allen klar, dass solche Taten nie wieder geschehen dürfen. Deshalb steht auch auf dem Gedenkstein am Friedhof: „Der Mensch achte den Menschen“.