Kooperation über Generationen hinaus

oder "knackige Jugendliche treffen auf knackende Alte..."

So lautet ein sehr herzlicher, witziger und lebendiger Artikel in der Netzwerk-Zeitung für Menschen 50+ in Düsseldorf. Berichtet wurde über unseren Spiel- und Bewegungsnachmittag im Zentrum Plus des Pestalozzi-Hauses.

Dieses Spielfest wird jedes Jahr von unseren Oberstufenschülern des Bildungsganges der Sozialassistenten organisiert und dort durchgeführt. Dieses Jahr trafen wir dort auf Fritz Jungen, einen älteren, aber äußerst aktiven Herrn, der selbst rege teilgenommen hat an unserem Bewegungsnachmittag und für die „Netzwerk - Zeitung“ regelmäßig Berichte schreibt.

Aus diesem Kontakt ist dann im Februar ein Unterrichtsbesuch von Fritz Jungen geworden. Im Unterrichtsfach Sozialpädagogik berichtete er über sein Engagement bei der Zeitung und stellte uns seinen Artikel vor. Uns gefiel seine Art zu schreiben, er berichtete über den Bewegungsnachmittag aus der Sicht der älteren Menschen.... und das sehr gelungen finden wir.

Swantje Kielhorn
mit Schülern und Schülerinnen
der Sozialassistenten Oberstufe im
Fach Sozialpädagogik

 

Und hier der Artikel von Herrn Jungen:

 

Knackige Jugendliche treffen auf  knackende Alte

Jugendliche im Pestalozzihaus? Das ist kaum zu glauben! Ist doch dieses Haus an der Grafenberger Allee eher Treffpunkt für Senioren. Am 10.2,2016 um 14:00 wirbelten Schüler einer Klasse der Elly-Heuss-Knapp-Schule im großen Saal des Pestalozzihauses. Sie wollten im Rahmen ihres Unterrichts eine unterhaltsame Gymnastikstunde mit Senioren organisieren. Kurz vor 14:00 war die Spannung groß. In dem vorbereiteten Stuhlkreis sah man nur die Schüler, aber die älteren Herrschaften schienen noch ihren Mittagsschlaf zu halten. Doch plötzlich kam Bewegung in den Raum. Durch die Eingangstür strömten drängend die Senioren und bald war der Kreis gefüllt und abwechselnd die Stühle besetzt. Abwartend schauten sie sich an.

Ein Schüler zum anderen:

Die sehen alle so alt aus. Da sind ja fast nur Frauen. Wen möchtest du dir als Oma oder als Opa vorstellen? Die scheinen aber alle noch ansprechbar zu sein. Ob wir mit denen unser Programm durchziehen können? Hoffentlich bekommt keiner von denen einen Schwächeanfall? Der eine Opa scheint ja noch gut beweglich zu sein. Es gibt da ja auch noch die ein oder andere flotte Oma. Mit denen kann man sich ja unterhalten, die interessieren sich ja für uns.

Frau Schmitz und ihre Nachbarin:

Sind die noch jung. Die könnten ja meine Enkel sein, wenn ich verheiratet gewesen wäre. Da sind ja richtig knackige Jungs dabei. Der eine ist ja ein wenig schüchtern, aber sympathisch. Aber was wollen die mit uns Alten anstellen? Hoffentlich ist das nicht gefährlich? Da sind ja zwei Lehrer dabei, dann kann ja eigentlich nichts passieren.

Alles hört auf mein Kommando

Der Klassenlehrer verabschiedete sich in den Hintergrund und Jaqueline, eine 17jährige Schülerin, übernahm die Regie. Sie erklärte, dass die Schüler der Klasse einige ‚Bewegungsspiele mit Hilfsmittel‘

vorbreitet hätten und jeweils ein Schüler oder mehrere ihr Spiel vorstellen. In der nun folgenden Stunde wanderten Reifen durch den Kreis, durch die man hindurchsteigen musste. Bunte Tücher mussten im Wechsel unter das angehobene Bein hindurch geführt werden. In einer fortlaufenden Welle hockte sich ein Teilnehmer und sein rechter und linker Nachbar klatschten über ihm ihre Hände zusammen.

Eine besondere Attraktion war das große bunte Schwungtuch. Jeder Teilnehmer – und es waren sicher dreißig – fassten es am Rand, zogen es auseinander, hielten die Spannung, zogen es nach oben, nach unten und ließen es wieder locker. Danach wurde das es in Wellenformen bewegt und ein Ball, dann mehrere wurden gezielt in die gewünschte Richtung transportiert. Das war alles sehr lustig und sowohl Senioren als auch Schüler waren mit Begeisterung dabei.

Die Übungen waren aber nicht Selbstzweck, sondern durch die gezielt ausgesuchten Spiele wurden alle Muskeln angeregt und beansprucht, sodass zum Schluss nicht nur die älteren Herrschaften geschafft waren. Alle waren begeistert: die Alten, weil der Kontakt mit den jungen Menschen belebend und fröhlich war, die Jungen, weil sie ohne Vorbehalte angenommen wurden.

Der Nachmittag fand seinen Abschluss bei Kaffee und Kuchen. Die Senioren setzen sich nicht wie sonst an ihren Tisch auf ihren „gemieteten“ Platz zusammen, sondern ließen wechselweise Stühle frei für Schüler, um ein persönliches Gespräch zu ermöglichen. So gab es viele Fragen und sicher auch manch unerwartete Antwort.  Schließlich verabschiedeten sich die Omas und Opas von den Schülern zufrieden und lachend.  War da nicht noch der Klassenlehrer? Der strahlte, war er doch mit seinen Schülern sehr zufrieden.

Fritz Jungen für die „Netzwerk – Zeitung“ Ausgabe Februar 2016