Anfang Juli 2026 tauschten 11 Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Textiltechnik und Bekleidung für einige Stunden Klassenraum und Werkstatt gegen ein Stück lebendige Textilgeschichte. Unser Ziel: das Haus der Seide in Krefeld – schließlich kommt man als Textiler an der „Samt- und Seidenstadt“ kaum vorbei.
Bevor wir in die Welt der hochwertigen Stoffe eintauchten, stärkten wir uns bei einem gemeinsamen Imbiss im Café Extrablatt. Bei Kaffee, Snacks und vielen guten Gesprächen wurden die ersten Fachsimpeleien ausgetauscht und die Vorfreude auf den Museumsbesuch stieg.
Auf dem Weg zum Haus der Seide überquerten wir Kreuzungen mit einem besonderen Ampelmännchen: Das Krefelder Ampelmännchen zeigt den „Meister Ponzelar“, eine historische Symbolfigur der Stadt. Das Motiv stellt einen im Frack gekleideten Seidenweber mit Tuchrolle, Kappe und Stoffbeutel dar. Es ist eine Hommage an die Textiltradition, die Krefeld einst als „Seidenstadt“ großen Wohlstand brachte. Auch ein Denkmal ist dem “Meister Ponzelar” gewidmet.
Im Haus der Seide erwartete uns anschließend eine spannende Reise durch die Geschichte der Seiden- und Textilproduktion. Besonders beeindruckend waren die vorgeführten Jacquardwebstühle, mit denen die feinen und aufwendig gemusterten Stoffe für hochwertige Krawatten hergestellt wurden. Erstaunlich, wie viel technische Raffinesse schon vor der Digitalisierung in diesen Maschinen steckte – quasi die „Computer“ der Textilindustrie des 19. Jahrhunderts.
Auch die Themen Entwerfen und Patronieren wurden anschaulich und abwechslungsreich vermittelt. Dabei wurde deutlich, wie viel Kreativität, Präzision und handwerkliches Können hinter der Entwicklung hochwertiger Textilien und Bekleidungsstücke steckt.
Neben vielen fachlichen Impulsen kam auch der kollegiale Austausch nicht zu kurz. So war die Exkursion nicht nur lehrreich, sondern machte auch großen Spaß und bot zahlreiche interessante Gesprächsanlässe.
Ein gelungener Nachmittag, der gezeigt hat: Textilgeschichte ist alles andere als verstaubt – und gute Krawattenstoffe entstehen eben nicht auf Knopfdruck.
Text & Foto: Frau Baden






